Zeichner
Seit mittlerweile 30 Jahren arbeite ich als freischaffender Comiczeichner. Dabei kam ich durch Zufall zu diesem Beruf. 1979 jobbte ich als Student in einem Kieler Copyladen. Ich hatte einen nicht besonders guten Roman geschrieben, und meine künstlerischen Ambitionen lagen hauptsächlich im musikalischen Bereich. Aber als ich für den Copyladen ein paar Werbezettel zeichnete, fanden meine Chefs die Comics darauf so witzig, dass einer von ihnen mich als Zeichner an die Zeitschrift "Segeln" vermittelte. (Sie müssen wirklich seehr witzig gewesen sein, wenn man bedenkt, dass ich damals nur Gesichter zeichnen konnte, die nach links gucken.)

Da ich von Segeln keine Ahnung hatte, lieh ich mir von meinem Cousin Segelzeitschriften aus. Mit Hilfe eines Neckermannkatalogs übte ich, vollständige Figuren zu zeichnen, dabei auch welche, die nach rechts gucken.

Ein Zeichenauftrag führte zum nächsten und schon bald zu Comicbüchern. Gleichzeitig betrieb ich eine Kieler Szenekneipe. Fast zehn Jahre lang zeichnete ich am frühen Nachmittag und kaufte hinterher für die Kneipe ein, organisierte Ausstellungen, stand am Tresen oder brachte die großen Schachfiguren aus Styropor, die von der Kneipendecke hingen, in eine neue Position.

Als ich die Kneipe 1989 verkaufte, stellte sich die Frage, wie ich allein vom Zeichnen eine Familie ernähren konnte. Um dies mit Comicbüchern zu schaffen, müsste ich, so hatte ich ausgerechnet, Auflagen von 100.000 erzielen. Da kam das Angebot des Studienkreises gerade recht, Comicfiguren für deren Lehrhefte zu entwickeln.

So spezialisierte ich mich auf Comics für Schulbücher. Doch auch wenn ich mittlerweile weit über hundert davon illustriert habe – dies ist nur ein Standbein.

Zugleich habe ich zehn Comicserien für Print und Internet gezeichnet, Bücher und Anthologien veröffentlicht, eine Humorwebsite gegründet und Animationen erstellt. Hier folgt eine Auswahl meiner Arbeiten.